20 Fragen, die ich dich schon immer mal fragen wollte

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Moin,

und das wars auch schon mit dem August! Mein Lieblingsmonat ist flöten gegangen, kaum war er da, so ist er schon wieder weg. Ich hatte Geburtstag, fühle mich jetzt wie eine alte Schachtel. Sonst ist nicht viel spannendes passiert. Ein Tief gab es, das wieder hinter mir liegt, und im Moment bin ich einfach nur dankbar. Es ist ein schönes Gefühl. 
Vor allen anderen Erkenntnissen im August stand ganz oben "Wenn das Leben dir Zitronen gibt, weil es immer noch glaubt, du könntest damit nicht umgehen, lächle mitfühlend und freu dich über diese super leckeren Früchte, die nicht nur schön sind, sondern auch klasse mit Zuckerwasser oder Tequila und Salz zusammen passen." Es wird alles wieder gut, das ist gewiss und bis dahin musst du nur durchhalten. 

Im August haben sich noch ein paar alte Weggefährten in dieser Stadt eingefunden, den Semesterferien sei Dank, dazu gehörte auch Franca. Wir haben ein paar spannende Sachen erlebt und die hab ich fototechnisch dokumentiert. Leider Gottes habe ich auch ein Malprogramm entdeckt, das mich in die Zeit zurückversetzt hat, in der ich an Papas altem IMac stundenrund gemalt habe. Es wird also eine Zeit dauern, bis ich von diesem Trip wieder runter bin und nicht mehr alles collagiere und zusammenwürfele. So ist dieser Post also von Bildern gespickt, die Franca und meine Langeweile gemixt mit regnerischen Gefühlen abbilden.

 

Franca und ich sind gemeinsam in den Kindergarten und in die Grundschule in unserem Dorf gegangen und kennen uns also schon eine ganze Weile. Es ist manchmal ganz schön gruselig, zurückzuschauen und zu spüren, wie lange das alles schon her ist. Nach der Schule in die Wallachei rennen und am Baumhaus bauen und Francas kleinen Bruder ärgern, mit der alten Polaroid-Kamera von Francas Eltern herumspielen, an Regentagen meine bis Dato ungeschlagene Lieblingsdokumentation über die Ozeane sehen, Malen und dabei Die Drei ??? hören. Und selbst wie wir mit fünfzehn und sechzehn fast einen gesamten Sommer lang nur im Viertel und am Osterdeich verbrachten, was jetzt ja auch schon knapp fünf Jahre her ist. Es hat sich auch gar nicht viel geändert. Es reicht auch immer noch ein vielsagender Blick wenn ein Rudel Hipster an uns vorbeiflaniert, und es macht noch immer genauso viel Spaß die selben Leute blöd zu finden. Das Leben ist weniger dramatisch und ein bisschen lustiger geworden, würde ich sagen.

Sich über sein Leben upzudaten ist immer ein zweischneidiges Schwert, finde ich. Natürlich muss man sich auf den aktuellen Stand bringen, was alles so vorgefallen ist, wie aus den kleinen Sandkastenmenschen plötzlich kleine Brüder geworden sind, die wirklich nicht mehr klein sind, welche merkwürdigen WGs man besucht hat und wer jetzt eigentlich wo gelandet ist. Klar, diese Basics müssen sein. Zu leicht passiert es dann aber, finde ich zumindest, dass man in Small Talk überschwappt und sich gar nicht mehr richtig was zu sagen hat. Das ist mir in letzter Zeit häufiger passiert und es hat mich immer wieder verwundert. Woher diese Distanz? Die ja eigentlich "nur" aus Raum und Zeit besteht?
Franca ist ein sehr guter Fragensteller, das ist mir wieder aufgefallen. In einer Welt, in der viel zu häufig einfach Meinung rausposaunt wird, was mittlerweile mehr zu zählen scheint, als sich zu erkundigen. Es werden eher Fake News verbreitet als sich zurückzunehmen und mal genau hinzuhorchen, zu erfragen, wie ist das denn eigentlich? Für mich stellt das zum Beispiel auch einen drastischen Unterschied zwischen Kindheit und Erwachsenwerden dar. Jahrelang haben wir uns alles erfragt, Wissen eingeholt, weil wir es noch nicht hatten, wir wurden belehrt und uns wurde viel nachgesehen, weil wir es ja nicht besser wissen konnten. Auf einmal ist das ganz anders, jetzt müssen wir eine Meinung haben. Wir müssen wissen, wer wir sind und was wir wovon halten. Es gibt kaum noch Fragen, nur noch Statements. Wir fragen so selten. Wir brauchen schon von Vorneherein eine Meinung.


Ich mochte die Fragebögen von Max Frisch schon immer und hab vor einer Weile auch Rolf Dobelli und seine Fragen an das Leben entdeckt. Das hat mich dazu inspiriert, auch einen Fragebogen zu erstellen. Fragen, die ich tatsächlich noch nicht so häufig gefragt habe, auch wenn ich zum Team der Merkwürdige Fragen Steller gehöre. Vielleicht magst du mir ja auch die Fragen beantworten? Ich würd mich sehr über eure Antworten freuen und bin gespannt was dabei rauskommt! Ansonsten fragt doch heute mal jemand anderen nicht danach ob er gut geschlafen hat, sondern:


1. Hast du schon mal einfach in eine Tafel Schokolade gebissen?

2. Wann hast du das letzte Mal so sehr gelacht, dass du keine Luft mehr bekommen hast?

3. Wofür verurteilst du dich?

4. Welcher ist dein Lieblingsakkord?

5. Auf welche Frage hättest du gern eine Antwort?

6. Wann hast du zuletzt gelogen und war die Lüge es wert?

7. Welches Lied hast du zuletzt so geliebt, dass du es in Dauerschleife gehört hast, bis dir gar nicht mehr aufgefallen ist, dass es im Hintergrund läuft?

8. Welche Gerüche magst du?

9. Wie lange kannst du die Luft anhalten?

10. Was tut dir immer noch weh, obwohl es eigentlich längst verheilt sein sollte?

11. Welchen Menschen umarmst du in letzter Zeit am liebsten?

12. Wie willst du beerdigt werden?

13. Wann hast du das letzte Mal morgens voller Verachtung in den Spiegel gesehen und warum?

14. Was hat dich zuletzt verändert, und was war das?

15. Was würdest du gern nochmal zum ersten Mal machen?

16. Bei welchem Lied kann dich rein gar nichts mehr vom Tanzen abhalten?

17. Welches Instrument würdest du gern so richtig richtig gut spielen können?

18. Was würdest du tun, wenn weder Geld, noch Konventionen und Angst, noch die Meinung anderer eine Rolle spielten?

19. Bereust du eher Dinge, die du getan oder die du verpasst hast?

20. Löst der Satz "Jeder bekommt das, was er verdient" eher Erleichterung oder Sorge bei dir aus?


21. Gibt es eine mathematische Gleichung für das Glück?

22. Magst du Koriander oder Lakritze?

23. Wann warst du zuletzt wirklich von Schönheit überwältigt?

24. Wieso wählst du wen im Herbst?

25. Wie trinkst du deinen Kaffee?

26. Gefallen dir die Dinge, die du gern tust, weil sie dich von deiner selbst entfernen oder dich dir näher bringen?

27. Welcher wäre dein Werbeslogan?

28. Wie klänge dein Superhelden-Theme?

29. Mit welcher Person würdest du gern mal frühstücken?

30. Hast du ein geheimes Talent?

31. Frühstückst du herzhaft oder süß?

32. Welches Buch hast du zuletzt durchgelesen?

33. Hast du eine gute Angewohnheit?

34. Welches Essen wärst du?

35. Bist du eher Vincent van Gogh oder Alan Turing?

36. Was haben wir gemeinsam?

37. Welche ist deine schönste Erinnerung?

38. Gesetzt den Fall, du würdest morgen sterben: Was hättest du noch sagen wollen?

39. Was hättest du tun wollen?

40. Was hättest du gern noch gefragt?


Ich fahre gleich mit zwei Freundinnen zum "Unter Freunden" Festival und bin am Sonntag mit Oliver Schweers in Hamburg unterwegs, davon werdet ihr mit Sicherheit demnächst hören, ich berichte dann! Nächste Woche geht es nach Brandenburg und Portugal ist auch schon zum greifen nah. Ich wünsche euch ein gutes Wochenende, lasst es euch gut gehen. 

Schot- und Mastbruch ihr Lieben!

Eure Thea



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