U.S. Roadtrip #2 / California dreamin'

19:30




8/2/15
Es riecht nach Frühstück, nach warmen Pancakes und frischem Kaffee. Es riecht nach Wochenende. Die Möwen schreien laut und fliegen so dicht über mir hinweg, dass ich mir einbilde, den Windzug ihres Flügelschlags auf meiner Haut zu spüren. Ich denke, dass ich Küstenorte wie diesen liebe. Pacific Grove an einem Samstagmorgen im August. Ich schaue auf meine Uhr und freue mich, dass ich noch eine Stunde habe, bis ich meine Wäsche im Waschsalon in den Trockner schaufeln muss. Vom Pazifik weht ein kühler, salziger Wind die Straße hinauf und lässt mich lächeln. 
Ich laufe entlang der kleinen Läden in den viktorianischen Häuschen und werde ein bisschen traurig, weil ich keins der schönen alten Möbelstücke aus dem Antiquitätenhandel mitnehmen kann. Am Ende der Straße betrete ich den kleinen Buchladen und verschwinde zwischen den hohen, nach Holz und altem und neuem Papier riechenden Regalen. 

Vielleicht ist es immer so friedlich und ruhig in diesen kleinen Orten am Ozean, weil so viele gute Gefühle in der Luft liegen. Das Gefühl von sonnengebräunter Haut, Salz im Haar und müden Muskeln vom Schwimmen im eisigen Wasser. Das Gefühl zuhause zu sein, weil man, egal wo, am Meer immer zuhause ist. Das Gefühl sich um nichts Sorgen machen zu müssen, die Sonntage am Strand oder in dem riesigen Bett mit den weißen Laken zu verbringen und die Welt zu vergessen. Das Gefühl, das man einfach nur an der Westküste der Staaten bekommen kann. Das satte, warme, windige und wilde Gefühl von Glück. 
Ich werde eines Tages am Meer wohnen, denke ich. Eines Tages muss ich am Meer wohnen, weil ich hier garantiert glücklich sein werde. Umringt von Menschen, die genauso fühlen wie ich und diesen Orten ein unvergleichliches Gefühl von Frieden und Liebe geben. 


Seit Freitagnachmittag sind wir in Monterey an der Westküste und verschnaufen hier ein wenig, bevor es weiter nach Santa Cruz und San Francisco geht. Ich bin begeistert davon, wie viel ich schon vor meinem 18. Geburtstag erlebt habe, ich habe sogar schon wieder zwei Punkte von meiner Löffelliste abgehakt: Die Westküste der USA bereisen und im Pazifik baden. Die Landschaft ist wunderschön. Lange weiße Strände und blaues Wasser, Seeotter, Seelöwen und Seehunde, Leuchttürme und Möwen, riesige Zypressen und Pinien, unglaublich freundliche Menschen und viele Surfer. Es gibt hier ein kleines Stück vom Paradies.
Auch wenn das immer ein bisschen klischeehaft klingt - die Westküste ist schon etwas besonderes. Und irgendwie glaube ich all den Liedern und Geschichten, dass es eine Küste wie diese nirgendwo sonst gibt. Ich weiß nicht genau woran es liegt, aber die Westküste hat etwas merkwürdig verzaubertes, verschlafenes, irgendetwas von einer ruhigen Magie, die vielleicht zwischen dem Meer und den Menschen entsteht, die diese Küste so sehr lieben. Wir haben festgestellt, dass wir vielleicht nicht nur für Kalifornien in die Staaten kommen würden. Nicht nur wegen den Seelöwen und Seeottern, den Buckelwalen und Delfinen, nicht nur für den Pazifik und die entspannten Menschen und die kleinen Küstenorte. Aber es wäre definitiv einer der Hauptgründe zurückzukommen.
Die Westküste ist eben unvergleich, und wunderschön natürlich. Mir hat Monterey sehr gut gefallen, eine schöne kleine Küstenstadt die erstaunlich viel europäischen Flair hatte. Monterey solltet ihr besuchen, wenn ihr mal in der Monterey Bay seid!









Im Sequoia und Kings Canyon Nationalpark haben wir eine lange Wandertour durch die Wälder gemacht, zig Streifenhörnchen und Spechte gesehen und natürlich die riesigen Sequoias bewundert. Normalerweise finde ich es schrecklich, mich klein zu fühlen, aber dieses Mal war es eine gute Art des Sich Klein Fühlens. Vor so einem Mammutbaum zu stehen macht einem irgendwie  wieder klar, dass wir Menschen eigentlich ziemlich klein und nicht mehr bedeutend sind, wenn man uns mit anderen Wundern der Natur vergleicht. Ich will eigentlich nicht wie ein Natur-Guru klingen, aber es stimmt einfach, wenn man sagt: Aus diesen Mammutbäumen kann man wirklich etwas lernen. Sequoias werden unvorstellbar alt, die meisten Bäume sind über 2000 Jahre alt und haben Waldbrände und Stürme und den Einflüssen der Menschen getrotzt. Der Sequoia Nationalpark war von allen, die wir gesehen haben, mein Lieblingspark. Endlich mal wieder Wald und ähnliche Temperaturen wie bei uns zu Hause und es war nicht so voll dort - was mich eigentlich überrascht. Vielleicht ist es aber auch ganz schön, dass die Gruppe von Menschen, die diese Bäume und die sie umgebende Natur bewundern, kleiner ist. Ich kann mir die Plätze, die ich gesehen habe, überhaupt nicht von Touristen überlaufen vorstellen. Es ist fantastisch, dass wir Menschen an manchen Orten unserer Erde die kleinen oder auch großen Wunder wahrnehmen und beginnen, sie zu schützen, am meisten wahrscheinlich vor uns selbst. Falls ihr jemals in die Nähe des Sequoia Nationalpark kommen solltet - besucht die Mammutbäume auf jeden Fall, es ist ein unglaublich schönes Erlebnis und gibt euch eine Art von Kraft, die niemand euch nehmen kann.




Das war es so weit von mir aus Monterey, ich hoffe ihr bekommt Lust auf Kalifornien! Das nächste Mal hört ihr was aus San Francisco, allerdings kommt der Post erst, wenn die Bilder meiner analogen Spiegelreflex fertig sind. Jetzt sind es nur noch wenige Tage bis ich zurück bin und ich weiß nicht ob ich mich freuen soll oder eigentlich traurig bin... Ihr wisst schon, das lachende und das weinende Auge.

Big hug, spread the love. 

Euer Mädchen vom Meer



You Might Also Like

7 Kommentare

  1. Wunderschöne Bilder! Ich werde im November das erste Mal in Kalifornien sein und kann es kaum erwarten. Mit deinen Fotos wächst die Vorfreude noch mehr ;)
    Liebe Grüße Kristina
    TheKontemporary

    AntwortenLöschen
  2. Gorgeous pictures, I really want to do this road trip!! <3

    I have a new outfit post up on the blog, would love to know your thoughts:

    * Electric Sunrise - Fashion and Lifestyle Blog *

    x

    AntwortenLöschen
  3. Oh wie cool, bei dem Post wird man so neidisch :D
    So tolle Eindrücke ♥

    AntwortenLöschen
  4. wowww tolle Bilder! So ein Roadtrip an der Westküste ist auch mein Traum :)
    xo,
    Louisa

    www.theurbanslang.blogspot.com

    AntwortenLöschen
  5. Oh was für wunderschöne Bilder, ich freue mich jetzt umso mehr auf den Strand und das Meer im Süden! Aber wie ich dich beneide das du in Californien bist! Ach ja und du hast einen wunderschönen Schreibstil! :)

    AntwortenLöschen
  6. Ein schöner Post über ein tolles Ziel. Steht demnächst eventuell auch auf meiner Liste, konkurriert aber derzeit noch mit Südostasien. ;-)

    Herzlich
    Anna

    AntwortenLöschen

Subscribe